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ÖWB

20.000 Stichworte im handlichen Format

Teens reading a book

Die Kompaktausgabe des ÖWB wurde von Jakob Ebner gemeinsam mit der Redaktion des „großen“ Österreichischen Wörterbuchs überarbeitet, um den aktuellen Wortschatz erweitert und u. a. auf den Stand der neuesten Rechtsschreibung gebracht.

Im Interview erfahren Sie von Jakob Ebner, was eine Aktualisierung notwendig gemacht hat, welche Inhalte eine Überarbeitung erfahren haben und was Sie in der neuen Kompaktausgabe erwartet.

Warum erscheint die Kompaktausgabe des ÖWB in einer aktualisierten Ausgabe neu?

Jakob Ebner: Nach zehn Jahren, in denen diese Ausgabe erfolgreich in Schulen verwendet wurde, ist eine neue Approbation durch das Ministerium nötig. Abgesehen davon hat sich in diesem Zeitraum im Wortschatz viel verändert, sodass eine Überarbeitung schon aus inhaltlichen Gründen angebracht ist.

Österreichisches Wörterbuch, Kompaktausgabe
Der Aufbau der Wörterbuchartikel wird auf der Vorsatzseite ausführlich erklärt.

Was hat sich in der neuen Ausgabe verändert?

Jakob Ebner: Die meisten Änderungen liegen im Wortschatz. In erster Linie musste der Bereich der Mobiltelefonie und des Computers ergänzt werden, z. B. Back-up, Attachment, Bildschirmpräsentation, Blog, Facebook, Instagram, Hashtag, Konsole, liken, Shitstorm, Candystorm, Flugmodus, zippen, verpixeln, Drop-down-Menü. Oder es entstehen im Alltag neue Wörter, die aufgenommen werden, z. B. Fahrradbote, Zeltstadt, Onlinehandel, Sparstift, mobben, Zeitumstellung, Vollgas, Registrierkasse, Citybus, Abholmarkt, Betreutes Wohnen.

Hat sich in der Rechtschreibung etwas geändert?

Jakob Ebner: Die Kompaktausgabe berücksichtigt natürlich den aktuell gültigen Stand der Rechtschreibung, auch die Neuerungen aus dem Jahr 2017.

Kommt auch die Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler zum Ausdruck?

Jakob Ebner: Ja, durch Wörter der Schülersprache, wie stangeln, Überraschungsei, Wimmelbild, Schlampigkeitsfehler, glupschen, dissen, sowie der Schulorganisation, wie Bildungsdirektion, Abgangsklausel, NMS, BAKIP und andere Schultypen, Bakkalaureus, Laptopklasse.

Was ist die Grundidee für dieses Wörterbuch, wozu braucht das ÖWB eine vereinfachte Ausgabe?

Jakob Ebner: Es besteht für manche Schülerinnen und Schüler eine Barriere zwischen dem eigenen Sprachniveau und den differenzierten und informationsreichen Angaben im großen ÖWB. Daher bietet die Kompaktausgabe eine Form der Darstellung, die Erklärungen, Abkürzungen und Zeichen auf das Basale reduziert, wodurch die Auseinandersetzung erleichtert wird. Die nötigen grammatischen Angaben, wie Artikel, Verbformen, werden grundsätzlich immer ausgeschrieben, die wichtigsten Bedeutungen werden meist in einem Satzzusammenhang gestellt. So soll diese Ausgabe helfen, bei Fortschritten auch zur Benützung der großen Ausgabe des ÖWB hinzuführen.

Was bietet dieses schülergerechte Wörterbuch außer dem Wörterverzeichnis?

Jakob Ebner: Der Anhang enthält die wichtigsten Rechtschreibregeln in übersichtlicher Form. Ein Grammatikteil umfasst übersichtliche Tabellen zur Deklination von Nomen und Adjektiven sowie zur Konjugation der Verben und eine Liste der starken Verben.


Blick ins Buch – die wichtigsten Neuerungen:


Musterseite Kompaktausgabe, S. 290- 291

Beim Lemma lieb wird die Darstellung der Groß- und Kleinschreibung sowie  die Problematik der Getrennt- und Zusammenschreibung im Wörterbuch erklärt. Ebenso ist das komplexe Verb liegen mit der Definitonsvielfalt und auch der Getrennt- und Zusammenschreibungsproblematik abgebildet. Aktuelle und neue Worte werden hier beispielsweise anhand des Stichworts liken sichtbar. Diese Wort ist auch ein gutes Beispiel für die vereinfachte Lautschrift für integrierte Anglizismen.


Musterseite Kompaktausgabe, S. 326 – 327

Beim Stichwort neu werden anhand der Variantenschreibung neues/Neues Jahr die Neuerungen in der Groß-/Kleinschreibung deutlich. Dieses diffizile Adjektiv ist ein gutes Beispiel für die Übersichtlichkeit eines Wörterbuchartikels. Auf Seite 327 ist die Wortfamilie zu neun abgebildet. Numerale sind grundsätzlich schwer darstellbare Wortschatzeinheiten. Hier wird die leichte Erfassbarkeit erkennbar.

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Was Leseförderung und Hocker gemein haben

ÖWB Hocker Schüler_980x550

Sobald man die NMS St. Johann am Walde betritt, machen sich die vielfältigen Initiativen zur Leseförderung der Schule bemerkbar: die von den Schülerinnen und Schülern handgeschriebenen Bücherempfehlungen auf den Präsentationswänden im Eingangsbereich sind dabei nur eine Verwirklichung von vielen. Der engagierte, ehemalige Schuldirektor Hubert Trillsam hat mit einer Hand voll Schülern sogar ältere Ausgaben des Österreichischen Wörterbuchs (kurz ÖWB) in Form von Bücherhockern wiederbelebt.

„Ich habe über 20 Jahre eine öffentliche Bibliothek geleitet und immer ein bisschen gelitten, wenn Altbestände als Altpapier entsorgt wurden. Daher habe ich zu experimentieren begonnen, wie man Bücher in Form von Sitzgelegenheiten erhalten könnte. Mittlerweile habe ich beinahe Serienreife erreicht, im Bekanntenkreis wird fleißig getestet.“, so Hubert Trillsam, dessen Bücherhocker nun auch die NMS St. Johann am Walde schmücken.

LESEFÖRDERUNG IM WERKUNTERRICHT

Unter der Anleitung des engagierten Direktors haben Schülerteams aus den Werkgruppen der 4. Klassen gemeinsam veraltete Wörterbücher in sieben Reihen zwischen lederner Sitzauflage und stabilem Holzboden geschichtet, verleimt, verschraubt und mit Rollen mobil gemacht. Kein leichtes Unterfangen, wenn man die kompakte Schulausgabe mit der umfangreicheren Buchhandelsausgabe des Österreichischen Wörterbuchs kombiniert, weiß ÖWB-Chefredakteurin Dr. Christiane Pabst, die sich ebenfalls über einen Bücherhocker freuen durfte:

Dr. Christiane Pabst im Gespräch mit Hubert Trillsam

„Die Buchhandelsausgabe enthält denselben Stichwortteil wie die Schulausgabe, bildet aber zusätzlich noch den gesamten Wortlaut des aktuellen amtlichen Regelwerks sowie Hinweise zu Sprache und Stilschichten, Übersichten und Tabellen zum Österreichischen Deutsch sowie tiefergehende Informationen zur Rechtschreibung und Grammatik ab.“

 

 

Kein Wunder also, dass der unterschiedliche Buchumfang den Beteiligten einiges abverlangt hat, um auf eine ebene Sitzfläche zu kommen. „Da spürt man jede weitere Seite“, nimmt es Trillsam mit Humor.

BÜCHER SOWEIT DAS AUGE REICHT

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: in einer Doppeleinheit Werkstunde entsteht aus 24 Wörterbüchern ein Bücherhocker, der in der Leseecke der Schulbücherei genauso wie zu Füßen der Bücher-Präsentationswände auf den Gängen zum Schmökern einlädt.

„Die Idee war, dass Bücher den Schülern möglichst überall begegnen“, erklärt Trillsam, „Nicht nur in unserer Bücherei, sondern bereits in den Gängen.“ Genau dort, wo sich morgens vor Unterrichtsbeginn und in den Pausen die Schülerinnen und Schüler besonders gerne aufhalten.

ROLLENDE LESESTUNDE

Die Initiativen zur Leseförderung machen auch nicht vor den Klassenzimmern Halt. Mehr Lesezeit quer durch alle Fächer wird an der NMS St. Johann am Walde durch das Lesefördermodell der  „Rollenden Lesestunde“ geschaffen: Während des Schuljahrs „rollt“ eine Lesestunde durch den gesamten Stundenplan.

Jeden ersten Montag im Monat initiiert Marianne Stefl in ihrer Rolle als Schulbibliothekarin Büchervorstellungsrunden – für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrende gleichermaßen. „Sodass auch wir Lehrer lesen müssen“, meint Stefl schmunzelnd. Die Vorbildwirkung der lesenden Lehrerin, des lesenden Lehrers wirkt sich dabei positiv auf die Lesemotivation der Schülerinnen und Schüler aus:

„Die Schüler sind mit Elan dabei, sodass es in der Schule mucksmäuschenstill ist. Es lesen ja alle gleichzeitig.“

Ein weiterer Schlüssel für die Lust am Lesen? „Die Jugendlichen bei der Buchauswahl mit ins Boot zu holen ist essentiell.“, ist Stefl überzeugt, die die Leseratten beim Buchankauf für die Schulbücherei schon einmal mitentscheiden lässt.

Bei den Schülerinnen der NMS ST. Johann am Walde steht momentan vor allem Fantasy hoch im Kurs, und sie sind sich einig: „Ein bisschen Romantik, die darf auch sein.“

    • Auf Schulbesuch: v.r.n.l. ÖWB-Chefredakteurin Christiane Pabst (öbv) neben Schulbibliothekarin Marianne Stefl, der neuen Direktorin Claudia Landrichinger mit ihrem pensionierten Kollegen Hubert Trillsam sowie Daniela Lindner (öbv) umrahmt von einigen der Schülerinnen, die am Hockerbau beteiligt waren und für ihr Leben gerne eines tun: Lesen
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