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Bewegte Zeitbilder aus dem Filmmuseum

Der öbv bietet ab sofort – in Kooperation mit dem Filmmuseum – exklusives Filmmaterial inklusive didaktisch aufbereiteter Arbeitsaufträge für den Einsatz im Unterricht an.

Filmmuseum Logo

Das Österreichische Filmmuseum besitzt nicht nur eine umfassende Filmsammlung, es engagiert sich u. a. auch stark im Bildungs- und Forschungsbereich.

Mitarbeiter des Vermittlungs-Bereichs haben in Absprache mit dem öbv Filme und Filmausschnitte aus der Sammlung des Filmmuseums ausgewählt, die als kostenloses Zusatzmaterial mit dazugehörigen Arbeitsaufträgen in Lehrwerk-Online – der Geschichte-Reihen Zeitbilder Unterstufe, querdenken, Zeitbilder Oberstufe sowie der Deutsch-Reihe sprachreif – angeboten werden.

Filme für den Einsatz im Unterricht

Insgesamt sieben Filme sind für Lehrerinnen und Lehrer über die öbv-Website abrufbar, wobei die Arbeitsaufträge für Schülerinnen und Schüler samt Hinweisen zum Einsatz, Altersempfehlungen und Lösungen gleich mitgeliefert werden.

  • Beispiel: Vienne en Tramway (1906)
    Der 4-minütige Film, den Sie oben ansehen können, zeigt die kaiserliche Hauptstadt in einer beliebten Form des Frühen Kinos, dem sogenannten „Phantom Ride“. Die filmische Straßenbahnfahrt führt von der Ringstrasse über den Praterstern und endet im Wiener Prater – und dabei gibt es einiges zu entdecken.
  • >> Arbeitsblatt 1: Infos, Aufgaben
  • >> Arbeitsblatt 2: Hinweise zum Einsatz, Lösungen

Erstellt wurden die Arbeitsblätter zu allen Filmen von den ausgewiesenen Experten Alejandro Bachmann, Leiter des Bereichs Vermittlung, Forschung und Publikationen sowie Stefan Huber, Vermittler im Österreichischen Filmmuseum.

Interview mit Alejandro Bachmann

Alejandro Bachmann, Filmmuseum
Alejandro Bachmann, Filmmuseum

Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit dem öbv und was ist die Grundidee dahinter?
Der öbv hat uns vor einiger Zeit angesprochen, weil er Filmmaterialien zum Einbinden in das didaktische Angebot suchte. Wir haben das sehr begrüßt, weil Film aus unserer Perspektive in Schulen viel zu kurz kommt. Wir haben dann allerdings auch gleich vorgeschlagen, dass wir dazu didaktisches Material erstellen. Uns war es dabei wichtig, dass diese Materialien eine „filmische“ Perspektive einnehmen, dass sie also versuchen diesen Filmen als Filmen zu begegnen und nicht einfach nur als Vorlage, um über ein bestimmtes Thema zu sprechen. Das hier von Ihnen vorgestellte Beispiel (Tramway en Vienne) kann man natürlich dafür nutzen, um sich anzusehen, wie Wien vor rund 110 Jahren aussah. Noch spannender wird es aber, wenn man danach fragt, in welchem Modus Wien hier sichtbar gemacht wird und das ins Verhältnis zum Frühen Kino stellt, wo solche Phantom Rides eine dominante Form darstellten. Dann verbindet sich die Geschichte der Stadt Wien mit der Geschichte des Mediums Film, das die Stadt ja überhaupt erst sichtbar macht.

Was können die Schülerinnen und Schüler bei der Arbeit mit diesen Filmen und dem Lösen der Aufgaben lernen?
Das ist schwer zusammenzufassen, weil es dann ja doch auch darauf ankommt, wer da vermittelt und wie das in andere Kontexte eingebunden wird. Aber grundsätzlich haben wir versucht, die Materialien so zu gestalten, dass sie eigentlich ohne Vorwissen bearbeitet werden können. Gefragt wird nach dem, was zu sehen ist und die Aufgaben können helfen, den Blick zu schärfen und das Gesehene in einen Gedanken zu übertragen. Lernen kann man hier also vor allem entlang von Bildern zu denken und damit alle Filme als den potenziellen Versuch zu verstehen, entlang von Bildern über die Welt nachzudenken. Neben diesem Kernanliegen steckt in den Materialien dann natürlich auch ein wenig Kontextwissen – über geschichtliche Ereignisse, Filmgeschichte und hier und da auch über Archivarbeit.

Das Filmmuseum hat ein breites Angebot für Schulen, Kinder und Jugendliche – was sind die nächsten Highlights?
Am 12. März beginnt unser Schule im Kino-Programm. Da bieten wir jedes Semester 15 bis 20 Veranstaltungen speziell für Schulklassen an. Es wird z. B. Barbara Albert da sein, um mit uns über ihren grandiosen Film Licht zu sprechen, am Tag darauf zeigen wir den Stummfilm Sherlock Jr. mit Buster Keaton mit Live-Klavierbegleitung. Es wird von Peter Huemer Lectures zum Propagandafilm geben. Wir werden uns fragen, warum Kino 2018 vielleicht ein politischer Raum ist oder mit 7- bis 10-jährigen durch die Zeit reisen und die Entwicklung vom stummen Film zum Tonfilm erfahrbar machen. Zudem werden wir Ende August wie jedes Jahr unsere Summer School anbieten, eine LehrerInnen-Fortbildung, die an 4 Tagen intensiv unterschiedliche Ansätze zur Filmvermittlung in der Schule und anderswo erarbeitet.

Weiterführende Links:
>> Filmmuseum
>> Vermittlungsveranstaltungen im Filmmuseum


Die Auswahl für Lehrwerk-Online

Das authentische Material des Filmmuseums ist thematisch sehr vielfältig und reicht von den frühen Anfängen des Bewegtbilds bis hin zu Amateuraufnahmen aus den 70er Jahren – die Auswahl für Lehrwerk-Online der darunter abgebildeten Lehrwerks-Reihen umfasst folgende Titel:

  • Tante Klementine (Deutschland, 1943), Themen: Nationalsozialismus, Propaganda // ab 14 Jahren
  • Das Rennen der Damen (Österreich, 1923), Themen: Dokumentarfilm, Geschlechterrollen, Motorisierung, Medienvergleich // ab 12 Jahren
  • Der Mann mit der Kamera (UdSSR, 1929), Themen: Dokumentarfilm, Montage, Filmästhetik, Propaganda // ab 14 Jahren
  • Das Leichenbegängnis des Reichstagsabgeordneten Franz Schumeier (Österreich, 1913), Themen: Film als Dokument, politische Inszenierung // ab 12 Jahren
  • Vienne en Tramway (Österreich, 1906), Themen: Frühes Kino, Kino der Attraktionen, Stadtaufnahmen // ab 8 Jahren
  • Blind Husbands (USA, 1919), Themen: Filmisches Erzählen, Dramaturgie, Exposition // ab 14 Jahren
  • Amateurfilm (Österreich, ca. 1970), Themen: Amateurfilm, Film und Material, Archiv // ab 6 Jahren

Weiterführende Links:
>> Zu Lehrwerk-Online querdenken
>> Zu Lehrwerk-Online Zeitbilder Unterstufe
>> Zu Lehrwerk-Online Zeitbilder Oberstufe
>> Zu Lehrwerk-Online sprachreif


Tags : DeutschDidaktikFilmFilmmuseumGeschichteKooperationLernvideosquerdenkensprachreifZeitbilder