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Geschickte Krähen essen mit Stäbchen

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Nick Athanas, www.antpitta.com

Nach der Meeresschnecke widmen wir uns im zweiten Teil der am Puls Biologie-Magazinreihe einem sehr schlauen Coverstar: der neukaledonischen Krähe.

Sie lebt, wie ihr Name schon sagt, in Neukaledonien und ist besonders schwer zu beobachten. Forscherinnen und Forscher haben jedoch ein besonderes Interesse an diesem Vogel. Diese Krähe gilt als sehr intelligent, weil sie Werkzeuge bei der Nahrungssuche gebraucht. Sie benutzt Stöckchen, um nahrhafte Käferlarven aus Baumrinden zu holen. Ein Vogel, der sozusagen mit Stäbchen isst.

Werkzeuggebrauch bei Tieren

Lange Zeit herrschte in der Biologie die Meinung vor, dass Menschen als einzige Lebewesen Werkzeuge herstellen und einsetzen können. 1960 beobachtete die britische Verhaltensforscherin Jane Goodall, im Rahmen ihrer Forschungsarbeit in Tansania, Schimpansen dabei, wie sie mithilfe von Grashalmen Termiten aus einem Bau zur Futtergewinnung holten. Diese Entdeckung veranlasste den Anthropologen und Paläontologen Dr. Louis Leaky damals zu folgender Aussage:

Entweder müssen wir Werkzeuge neu definieren, den Menschen neu definieren oder die Schimpansen zu den Menschen zählen! Dr. Louis Leaky

Inzwischen ist bekannt, dass nicht nur Menschenaffen, sondern einige weitere clevere Tiere den Gebrauch von Werkzeugen beherrschen, u.a. neukaledonische Krähen, Kakadus, Hunde, Fischotter, Oktopusse. Im „Blick in die Forschung“ im Schulbuch am Puls Biologie 6 werden einige Beobachtungen beschrieben.

Antiker Intelligenztest
Milo Winter/ Wikipedia

Die Intelligenz von Rabenvögeln, zu denen die neukaledonische Krähe zählt, könnte bereits den alten Griechen bekannt gewesen sein. Der Dichter Äsop beschrieb in einer Erzählung eine verzwickte Situation: Eine Krähe wollte aus einem Krug Wasser trinken, kam aber nicht tief genug hinein. Mit einem Trick wusste sie sich zu helfen. Sie warf Steine in den Krug und sorgte damit dafür, dass der Wasserspiegel stieg. Geschickt konnte sie so ihren Durst stillen.

Diese vermeintlich fiktive Fabel, könnte sich tatsächlich so zugetragen haben. Wissenschafterinnen und Wissenschafter haben mit neukaledonischen Krähen im Experiment eine ähnliche Situation nachgestellt und die Vögel konnten das Problem lösen. Ihre Geschicklichkeit entspreche in etwa der von sieben- bis zehnjährigen Kindern. (>> Hier die Studie)
>> Ein kurzes Video einer erfolgreichen Krähe

YouTube-Stars aus Japan

Wie anpassungsfähig diese klugen Raben sind, lässt sich auch in Japan beobachten. Dort nutzen die Vögel den Straßenverkehr, um Nüsse zu knacken. Dabei achten sie sogar auf Ampelsignale.


Tipp: „Blick in die Forschung“ mit am Puls

Die Sonderseiten „Blick in die Forschung“ erläutern zu jedem Kapitel spannende biologische Experimente und geben Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte und wissenschaftliche Arbeitsmethoden.

Tags : am pulsKrähenNeukaledonien-KrähenVerhaltensbiologie