schliessen

Schule, eine Hoffnung für uns alle!

980x550_csm_Hoerndler_0ff0b78789
Alte Pfade verlassen, neue Wege beschreiten – Josef Hörndler befasst sich mit der Zukunft der Schule. (Foto: Sabine Wieser)

Josef Hörndler ist Schulinspektor und Bildungsmanager der Bildungsregion Mostviertel und gilt als pädagogischer Vordenker. Durch Seminare, Vorträge und sein kürzlich erschienenes Buch verbreitet er Zukunftsideen, die notwendig erscheinen, damit die Kinder ihre Zukunft meistern können.

„Es ist Zeit für das Ganze“ heisst das neue Buch von Josef Hörndler, das sich selbst als Reiseführer in die pädagogische Zukunft bezeichnet. Da Kinder und Jugendliche von heute unter völlig neuen Rahmenbedingungen und in einer sich sehr schnell verändernden Gesellschaft aufwachsen, braucht es auch neue Antworten und neue Lösungen, um diesen Anforderungen gerecht zu werden.

Das Buch soll Wege und Perspektiven in der Bildung und deren Umsetzungsmöglichkeiten an Schulen aufzeigen, die diesem Wandel gerecht werden und Mut machen, alte Pfade zu verlassen.

Josef Hörndler im Gespräch

Schule und Bildung ist ein Dauerbrenner in der Medienlandschaft und Politik. Wie sehen Sie die durchgeführten Bildungsreformen?

Einige der Punkte sind ein Schritt in die richtige Richtung – andere beschäftigen sich nur mit Struktur- und Machtfragen, und da geht es oft nicht um die Kinder. Es fehlt meines Erachtens ein klares Gesamtkonzept für die Bildung. Mein Anliegen ist vor allem die Pädagogik in den Klassenzimmern – und eine größere Beteiligung der SchülerInnen.

Können Sie das präzisieren, was da in den Klassenzimmern passieren soll?

Noch besser wäre es, wenn es nicht um Klassenzimmer geht – sondern um Lernlandschaften, Lernmöglichkeiten, Lernarenas, Freiluftmöglichkeiten, kindgerechte Nachmittagsräume … Im Schulbau wäre es höchst notwendig neue Wege zu gehen. Aber im Kern geht es darum, dass es im Bereich Schule statt Schwächenorientierung, Auswendiglernen und schnell vergessen, mehr Selbsttätigkeit, Eigenverantwortung, Verantwortung für die Mitwelt, Kreativität, Interesse und Stärken-Ausbau forciert werden.

Gibt es im Mostviertel schon Schulen die in diese Richtung unterwegs sind?

Ja – im Zusammenwirken mit Schulaufsichtskollegen/innen in der Region – sind schon viele Pflichtschulen auf dem Weg zu mehr Schülerbeteiligung. Um konkrete Beispiele zu nennen: Es gibt Schulen mit alternativen Leistungsbeurteilungsformen, mit Lerntagebüchern (Logbücher), Klassenrat, Schülerparlament, Schulversammlungen, Lernbüros, altersdurchmischte Lernformen, Kreativitätsprojekten, Fächer/Projekte für Verantwortung und Herausforderung usw. und es werden immer mehr, die mitmachen.

Josef Hörndler meint: Es ist Zeit für das Ganze.

Warum sind diese Veränderungen notwendig?

Ganz einfach – die Welt hat große Herausforderungen vor sich und wir wissen nicht, wie die Arbeits- und Wirtschaftswelt nach der Digitalisierung ausschauen wird und welche Probleme die Gesellschaft – außer Umweltproblemen – noch meistern wird müssen. Wir müssen die Jugendlichen befähigen, dass sie diese Welt gestalten können, dass sie kreativ neue Lösungen finden. Da gibt es viel zu tun bei den globalen Themen, beim sozialen Zusammenleben, im Umweltbereich, bei der zentralen Frage: Wie wollen wir in Zukunft leben?

Es wurde auch eine Bildungsinitiative Mostviertel gegründet, deren Obmann Sie sind. Was ist das genau?

Das ist eine Vernetzung aller im Bildungsprozess Beteiligten: Kindergärten, Pflichtschulen, weiterführende Schulen, Berufsschulen um ein stärkeres Miteinander und damit eine größere Nachhaltigkeit zu erreichen. Wir haben gemeinsam drei Bildungsziele formuliert:

  1. Achtsamer Umgang mit allem und allen,
  2. Verantwortung für sich und andere übernehmen dürfen und können
  3. Begeisterung und Kreativität als Motor für Leistung und Erfolg zu sehen.

Außerdem freut es mich, dass wir eine Zusammenarbeit mit der Universität der Angewandten Kunst Wien per Vertrag geschlossen haben.

Wie sollten Schulbücher gestaltet sein?

Ich bin überzeugt, dass viele Schulbücher weniger Quantität und dafür mehr Qualität ausweisen sollten. Das heißt, dass auch mehr Beispiele/Übungen/Herausforderungen zum Denken, zum Weiter- und Überdenken, zu Kreativität und Auswahlmöglichkeiten vorkommen sollten.

„Das Buch ist eine Wucht. So wunderschön, authentisch und kreativ und so nah bei den Kindern, die tollen Zitate und immer wieder Praxis. Inspiration pur und ein großes Geschenk an die Welt.“,
so die deutsche Bildungsinnovatorin Margret Rasfeld über Josef Hörndlers Buch.

Was beinhaltet Ihr Buch: „Es ist Zeit für das Ganze“?

Es beginnt mit Grundgedanken über die momentane Weltsituation, über die heutige Jugend und die Sinnfrage. Intensiver werden dann Bildungsziele, GlobalGoals und die Frage nach der idealen Schule durchleuchtet. Im zweiten Teil folgen konkrete Umsetzungsvorschläge für Schulen und Lehrer/innen mit Kurzbotschaften zu den einzelnen Punkten. Das Buch ist angereichert mit tollen Bildern, Zitaten von berühmten Menschen und mit Metaphergeschichten!


Zur Person: Josef Hörndler

Josef Hörndler, Jahrgang 1957, ist Bildungsmanager der Bildungsregion Mostviertel und Schulinspektor. Er engagiert sich u. a. für die Initiativen Schule im Aufbruch, Neustart Schule und beteiligt sich auch beim Re:Think Austria beim Europäischen Forum Alpach.

Buchtipp
Sein Buch „Es ist Zeit für das Ganze – Schule, eine Hoffnung für uns alle!“ ist im Eigenverlag erschienen und beim Autor selbst zum Preis von € 14,70 zu bestellen: josef@hoerndler-consulting.at
Tags : BildungBuchtippInterview