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öbv liest: Unsere Buchtipps #4

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Suchen Sie noch eine Lektüre für die Weihnachtsferien? Hier ist der vierte Teil der Serie „öbv liest” mit Lesetipps von öbv Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Viel Spaß beim Schmökern, schöne Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Die Unschärfe der Welt

Zu Beginn glaubt man sich in einem historischen Roman des 19. Jahrhunderts. Dichtes Schneetreiben, eine schwangere Frau, und die einzige Möglichkeit, das Krankenhaus zu erreichen, ist der Pferdekarren. Doch die Geschichte beginnt in den 1970er Jahren in einem Teil von Rumänien, dem Banat, auch bekannt unter dem Namen Siebenbürgen. In poetischer Sprache erzählt Iris Wolff die bewegte Geschichte einer Handvoll Menschen vor dem Hintergrund des zusammenbrechenden Ostblocks.

Kunstvoll, ein bisschen magisch und sehr herzerwärmend, wie die Autorin die Lebenswege der sieben Personen miteinander verbindet und vom Zusammenleben im Banat zur Zeit des totalitären Ceaușescu-Regimes erzählt.

Die Unschärfe der Welt, Iris Wolff, 2020, Klett-Cotta

einfach nett

Einfach nett. Ein Buch über das Freundlichsein

38 Illustrator*innen, die weltweit zu den beliebtesten gehören, zeigen in berührenden und inspirierenden Bildern, was Freundlichsein alles bedeutet und wie viel Spaß es macht, nett miteinander umzugehen.

Wir alle wissen, dass eine freundlichere Welt eine bessere Welt ist. Unbedingte uneingeschränkte Empfehlung für alle kleinen und großen Menschen!

Einfach nett. Ein Buch über das Freundlichsein, Alison Green/Axel Scheffler, 2020, Beltz & Gelberg

Tauben fliegen auf

Tauben fliegen aufAus der Sicht einer der beiden Töchter wird geschildert, wie eine ungarische Familie noch vor dem Zerfall Jugoslawiens aus der serbischen Vojvodina in die Schweiz auswandert. Während die Familie versucht, sich ein neues Leben aufzubauen, kommt es zum Jugoslawien-Krieg.

Ein Buch über den Verlust der Heimat,  über die Schwierigkeiten von Assimilation und Integration, über Entfremdung. Das Buch geht ans Herz und öffnet die Augen, wie schwer ein Neuanfang in einer fremden Welt sein muss.

Tauben fliegen auf, Melinda Nadj Abonji, 2010, Jung und Jung

 

ändert sich nichts, ändert sich allesÄndert sich nichts, ändert sich alles

Das Buch der Stunde: Katharina Rogenhofer ist 27, studierte Biologin, und Sprecherin des Klimavolksbegehrens. Sie kennt die Zusammenhänge zwischen Wirtschaft, Ökologie und Poloitik und weiß diese einfach zu erklären. Ein beeindruckendes Plädoyer für einen  Green New Deal.

Ein wichtiges Buch der Chancen und Möglichkeiten.

Ändert sich nichts, ändert sich alles, Katharina Rogenhofer, 2021, Zsolnay Verlag

 

Das Café am Rande der Welt

Das Cafe am Rande der WeltEin kleines Café mitten im Nirgendwo wird zum Wendepunkt im Leben von John, einem Werbemanager, der stets in Eile ist. Eigentlich will er nur kurz Rast machen, doch dann entdeckt er auf der Speisekarte neben dem Menü des Tages drei Fragen: „Warum bist du hier? Hast du Angst vor dem Tod? Führst du ein erfülltes Leben?” Wie seltsam – doch einmal neugierig geworden, will John mithilfe des Kochs, der Bedienung und eines Gastes dieses Geheimnis ergründen.

Viele schöne Worte und Überlegungen über den Sinn des Lebens, über die man selbst vielleicht noch nie so nachgedacht hat. Wer hätte gedacht, dass man so viel von einer grünen Meeresschildkröte lernen kann.

Das Café am Rande der Welt, John Strelecky, 2007, dtv

 

befreitBefreit. Wie Bildung mir die Welt erschloss

Als eines von sieben Kindern in einer fundamentalistischen Mormonenfamilie in Idaho aufgewachsen, besitzt die Autorin die ersten neun Jahre ihres Lebens nicht einmal eine Geburtsurkunde. Ihre Eltern halten weder etwas von Schulbildung noch von Arztbesuchen. Verletzungen, die sich die Westover-Kinder, die am Schrottplatz des Vaters mitarbeiten, regelmäßig zuziehen, werden von der Mutter mit Kräutern und Ölen behandelt. Tara Westover erträgt Knochenbrüche und die gewaltvollen Wutausbrüche ihres Bruders ebenso wie die Paranoia ihres Vaters, glaubt dabei nie an sich selbst und wächst dennoch über ihre Wurzeln hinaus­. Und zwar durch Bildung. Mit 17 schafft sie es im Alleingang, an einem College aufgenommen zu werden und beginnt damit die Reise zu sich selbst und zu einer Welt abseits des Buck Peaks und zu dem Wissen, das ihr so lange vorenthalten wurde. Sie studiert später im englischen Cambridge, wo sie heute als Historikerin und Autorin lebt.

Eine faszinierende Geschichte einer jungen Frau, die es ohne klassische Schulbildung bis zur Dissertation geschafft hat und ihre Lebensgeschichte eindrucksvoll, schonungslos und wortgewandt wiedergibt.

Befreit. Wie Bildung mir die Welt erschloss, Tara Westover, 2018, KiWi

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