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Kürbisse, Kostüme und die Kelten

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Foto: Toni Cuenca - pexels.com

Gruselige Kostüme, Kürbisschnitzen und schaurige Geschichten sind typisch für Halloween. Wussten Sie, dass der Brauch aus Europa und nicht aus den USA stammt?

Halloween ist eigentlich ein keltisches Fest und hat seinen Ursprung in Irland. Man feierte unter dem Namen „Samhain“ das Ende des Sommers und den Beginn des Winters. Die Kelten kannten nur diese beiden Jahreszeiten und somit war der 31. Oktober auch das Ende des Jahres (keltisches Silvester). Nach ihrem Glauben symbolisierte der Sommer die Zeit des Lebens und der Winter die Zeit des Todes. Diese beiden Welten trafen dem keltischen Glauben nach in der Nacht des 31. Oktober aufeinander. Laut der irischen Mythologie kommen in dieser Nacht Verstorbene aus dem Totenreich zurück und ziehen als Geister umher. Vor die Tür gelegte Gaben sollten sie besänftigen. Mit angsteinflößenden Kostümen wurden die Geister erschreckt und mit Feuer vertrieben. Die Menschen glaubten, dass durch die Verkleidung der Tod überlistet werden konnte: Die Kostümierten seien bereits tot und müssen nicht mehr geholt werden. Das sogenannte Halloweenfeuer wird auch heute noch jährlich in Schottland und Wales entzündet. Erst durch irische Einwanderer wurde der Brauch in den USA verbreitet und als Fest, wie man es heute kennt, kommerzialisiert.

Happy Halloween

Im Englischen heißt das am 1. November stattfindende, katholische Fest Allerheiligen „All Hallows“. Der Abend des 31. Oktober heißt folglich „All Hallows Evening“ und die Abkürzung davon ist „Halloween“.

Foto: Alek Zotoff – Thinkstock

Kürbisse schnitzen

Warum höhlen wir zu Halloween Kürbisse aus und stellen Kerzen hinein? Dieser Brauch geht auf die Legende Jack Oldfied zurück, welcher zu Lebzeiten in Irland ein Dorfschmied und fieser Kerl gewesen sein soll. Man nannte ihn auch „Stingy Jack“ (wegen seines Geizes) oder „Drunk Jack“ (wegen seiner Trunkenheit).

Eines Tages stand der Teufel in der Dorfkneipe neben ihm, um ihn zu holen. Jack bat um einen letzten Drink. Der Teufel war einverstanden, aber hatte keine Münze dabei. Deshalb verwandelte er sich kurzerhand selbst in eine, um den Wirt zu bezahlen. Jack steckte die Münze schnell in seinen Geldbeutel, wo er ein Kreuz bei sich trug – so konnte sich der Teufel nicht zurückverwandeln. Für zehn weitere Jahre Frieden versprach Jack den Teufel wieder freizulassen. Der Teufel ließ sich auf den Deal ein.

Nachdem die zehn Jahre vorbei waren, kam der Teufel erneut in der Nacht vor Allerheiligen zurück, um Jack zu sich zu holen. Dieser bat als Henkersmahlzeit um einen Apfel, den der Teufel pflücken sollte. Als der Teufel auf den Baum kletterte, schnitzte Jack schnell ein Kreuz in die Baumrinde – wieder war der Teufel gefangen. Gegen seine eigene Freiheit versprach der Teufel auch Jack für alle Ewigkeit in Frieden zu lassen. Die beiden einigten sich erneut.

Als Jack viele Jahre später starb, freute er sich bereits auf ein Leben im Paradies. Doch im Himmel verwehrte man ihm, aufgrund seiner vielen Sünden, den Einlass und schickte ihn ans Höllentor. Der Teufel hielt sich jedoch an sein Versprechen und schickte Jack zurück, wo er hergekommen war. Aus Mitleid gab ihm der Teufel ein Stück glühende Kohle auf seinem Weg als einsamer Untoter. Jack O. legte sie in eine ausgehöhlte Rübe, damit sie nicht verglüht.

Nach der Einwanderung der Iren nach Amerika verwendete man ortsüblichere Kürbisse, welche noch heute als „Jack o’Lantern“ dienen.

Foto: Joel Carillet – iStock

Tag der Toten

Dem christlichen Glauben nach feiert man am 1. November Allerheiligen und gedenkt damit allen Heiligen. Allerseelen am 2. November ist der Gedenktag aller Verstorbenen. Ähnlich dessen, und wie bereits bei den keltischen Vorfahren, wird in Mexiko alljährlich vom Vorabend von Allerheiligen bis zum Gedächtnis Allerseelen der Verstorbenen gedacht. Der sogenannte Tag der Toten (Día de los Muertos) ist jedoch kein Trauerfest, sondern ein buntes, lebensbejahendes Volksfest zu Ehren der Toten. Dem Glauben nach kehren die Seelen der Verstorbenen an diesen Tagen zu ihren Familien zurück, um sie zu besuchen. Mit dem Fest wird Liebe und Respekt gegenüber den toten Angehörigen gezollt. Typisch für das Fest sind mit Blumen geschmückte Straßen und bunt verzierte Totenköpfe (Calaveras) und Skelette (Calacas).

Foto: Catherine Yeulet – Thinkstock

Süßes, sonst gibt’s Saures!

Das Verkleiden und Einfordern von Süßigkeiten unter Androhung von Streichen kommt von der walisischen Tradition der „Cennad y Meirw“ – den Botschafter der Toten. Arme gingen mit Masken von Tür zu Tür der wohlhabenderen Gemeindemitglieder, um Spenden im Namen der Vorfahren zu erhalten. Bei Verweigerung von Gaben wurden Häuser oder andere Besitztümer beschädigt. Außerdem wurde im Mittelalter sogenanntes „Seelenbrot“ – ein Stück Brot mit Johannisbeeren – an Bedürftige und Obdachlose verteilt. Diese beteten als Gegenleistung für die Seelen von den toten Angehörigen der Spender. Das Ritual findet sich heute in stark abgewandelter Form wieder. Mit dem Spruch „Süßes, sonst gibt’s Saures!“ ziehen am 31. Oktober viele verkleidete Kinder von Tür zu Tür und bitten um Süßigkeiten. Wer keine Spende hat, wird mit Streichen bestraft. Auch viele Erwachsene feiern das Gruselfest mit Verkleidungen und dekorierten Häusern.

Halloween im Unterricht

Wie viele andere Bräuche kann auch Halloween im Unterricht thematisiert werden. Wir stellen ihnen dazu passende Kopiervorlagen zur Verfügung. Zeigen Sie uns gerne, wie Sie das Schauerfest in Ihrem Unterricht behandeln: magazin@oebv.at


Kostenlose Kopiervorlagen und Bastelanleitungen

Calypso Geist
Materialien für die Volksschule
Materialien für die SEK 1Hexe auf dem Besen

Physik verstehen 4, Versuchsfilm: Geisterblut

Materialien für die SEK 2Spinne im Netz