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Wie lange sind 24 Tage?

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© Picture-Factory / Fotolia.com

Wie lange sich 24 Tage anfühlen können, wissen vor allem Kinder, die auf das Weihnachtsfest hinfiebern. Erfahren Sie hier, woher der Brauch des Adventkalenders kommt und was das alles mit dem öbv zu tun hat.

Die Anfänge des Adventkalenders

Die Geschichte des Adventkalenders geht zurück ins 19. Jahrhundert. Zur damaligen Zeit war es in der katholischen Kirche üblich, den Advent mit täglichen Adventsandachten zu zelebrieren. Im evangelischen Glauben dagegen haben sich Familien zuhause zusammengefunden, gemeinsam in der Bibel gelesen, gebetet und gesungen.

„Zeit“ ist für Kinder eine schwer greifbare Größe. 24 Tage sind für sie ein langer Zeitraum – beim Warten auf den Heiligen Abend eine gefühlte Ewigkeit. Daher fingen Eltern bereits 1840 an, mit kreativen Ideen, die verstrichene bzw. noch verbleibende Zeit bis zum Fest hervorzuheben und dadurch etwas Besonderes aus der Adventzeit zu machen.

Man hängte beispielsweise 24 weihnachtliche Bilder an die Wand oder ans Fenster. Manche Eltern zeichneten 24 Kreidestriche an Türstöcke oder Schranktüren. Sonntage wurden mit längeren oder farbigen Strichen markiert. Jeden Tag durften die Kinder einen Strich wegwischen. Kleine Tannen wurden als „Adventbäumchen“ täglich mit auf Fähnchen oder Sternen geschriebenen Bibelversen behängt. Andere legten jeden Tag einen Strohhalm in die Krippe, um dem Jesuskind das Bettchen zu bereiten. In Skandinavien wurden Kerzen in 24 Abschnitte geteilt, jeden Tag angezündet und bis zur nächsten Markierung abgebrannt. Aus Österreich stammt der Brauch der „Himmelsleiter“, bei der das Christkind jeden Tag eine Sprosse weiter hinabstieg, um zu verdeutlichen, dass an Weihnachten Gott auf die Erde kommt.

Moderner Adventkalender selbstgemacht
Foto: Counselling / pixabay.com

Die ersten gedruckten Adventkalender

1902 erschien in Hamburg, im Verlag der Evangelischen Buchhandlung „Friedrich Trümpler“, die sogenannte „Weihnachtsuhr“ – der erste gedruckte Adventkalender. 1904 lag im „Neuen Tagblatt Stuttgart“, nach einer Idee von Christian Lang, der Weihnachtskalender „Im Lande des Christkinds“ bei. Der zweiteilige Kalender hatte noch keine Türchen zum Öffnen, sondern bestand aus einem Bogen mit 24 Bildern zum Ausschneiden und einem Karton mit 24 Feldern mit Versen.

nostalgischer Adventkalender mit Türchen
Foto: ASSY / pixabay.com

So konnten die Kinder jeden Tag ein Bild ausschneiden, einen Vers lesen und dann das Bild entsprechend aufkleben. Im Laufe der Jahre entwickelte Lang eine Fülle an Adventkalendern und variierte dabei immer wieder die Art des Zeitverstreichens. Die Idee kam Lang übrigens, weil seine Mutter ihm auf einen Karton 24 Gebäckstücke nähte, um ihm die Adventzeit zu verkürzen.

Die ersten Türchen werden geöffnet

Etwa 1920 erschien der erste Kalender mit Türchen zum Öffnen, wie wir sie heute kennen. Bis zum Ende der 30er Jahre hatte Gerhard Lang bereits 30 verschiedene Kalender entwickelt. Der Ausbruch des zweiten Weltkriegs veränderte jedoch nicht nur die Nachfrage nach Adventkalendern, sondern vor allem auch deren Inhalte.

Adventkalender in der Kriegszeit

1940 wurde Papier stark kontingentiert und der Druck von Adventkalendern als kriegsunwichtig eingestuft. Im darauffolgenden Jahr wurde schließlich die kirchliche Presse verboten. Die NSDAP produzierte einen eigenen, nationalsozialistischen Kalender mit dem Ziel christliche Bräuche zu verdrängen und die Adventzeit entsprechend umzudeuten. Sämtliche christlich-religiösen Elemente wurden mit Inhalten der neuen Ideologie ersetzt. So wurde aus dem Adventskranz der Sonnenwendkranz und das Christkind zum Lichtkind. Der Adventkalender glich mehr einer Propagandaschrift mit schwarzen Sonnen und Runen und weniger einem weihnachtlichen Zeitmesser für Kinder.

moderner Adventkalender mit Laden aus Holz
Foto: Torsten Dettlaff / pexels.com

Adventkalender heute

Nach dem Ende des Krieges sehnte man sich nach den alten Traditionen und besonnte sich auf die christlichen Werte zurück, weshalb bereits zu Weihnachten 1945 wieder Adventkalender gedruckt wurden. Nach seiner Verbreitung im deutschsprachigen Raum erfreute sich das Konzept des Adventkalenders auch in Ländern wie Großbritannien und den USA großer Beliebtheit. Seitdem wurden viele individuelle Modelle entwickelt.

Heute gibt es Adventkalender nicht nur in unterschiedlichen Formen, sondern auch mit vielseitigen Inhalten. Zudem sind sie ein beliebtes Geschenk. Sie werden nicht mehr nur mit bildlichen Motiven oder Schokolade bestückt – auch kleine Spielzeuge, Kosmetik, Gewürze, Tee und viele andere Dinge und Leckereien finden sich hinter Türchen, in Säckchen oder Schachteln, denn längst erfreuen sich nicht nur Kinder an Adventkalendern. 24 Tage können lang sein – auch für Erwachsene.

Aus diesem Grund gibt es auch immer mehr Organisationen, die kreativ werden und für Ihre KundInnen Adventkalender in unterschiedlichsten Ausprägungen entwickeln. Auch die Türen und Fenster öffentlicher Gebäude werden des Öfteren als lebensgroße Adventkalender herangezogen wie zB. das Rathaus in Wien.

Das Wiener Rathaus als Adventkalender
Foto: Felix Horstmann / Fotolia

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