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1001 Gründe für den Lehrberuf

Zum Welttag der Lehrerinnen und Lehrer haben wir gefragt, warum Sie diesen Beruf gewählt haben und was das Schönste daran ist. Wir haben über tausend Rückmeldungen erhalten und einige der Antworten hier zusammengetragen.

Die über 1.000 Antworten spiegeln die Vielfältigkeit des Lehrberufs in all seinen Facetten. So unterschiedlich wie Menschen, Unterrichtsstile und persönliche Erfahrungen sind, so unterschiedlich sind die Gründe, Intentionen, Wege und Umwege, die zu diesem Berufswunsch geführt haben.

Die Generation von morgen begleiten

Viele Lehrerinnen und Lehrer berichten, dass sie es schön finden ihre Schülerinnen und Schüler ein Stück auf ihrem Lebensweg begleiten zu können. Sie finden es bereichernd neue Generationen mitzuformen und ihre eigene Lebenserfahrung mit ihnen zu teilen. Sie schätzen es einen Teil der zum Leben der Menschen beizutragen, die die Welt von morgen mitgestalten.

Ich wollte Lehrerin werden, weil ich Kinder auf einem Stück ihres Lebensweges begleiten wollte. Am schönsten ist es, wenn man sehen kann wie aus kleinen Kindern, große, verantwortungsvolle und kritisch denkende Menschen werden. (AHS-Lehrerin aus Wien)

Ich bin Lehrerin geworden, weil ich einen Unterschied im Leben der Schüler und Schülerinnen machen möchte. Ich nehme meine Vorbildfunktion sehr ernst und möchte, dass sie lernen selbstständig zu lernen und sich damit in ihrem Leben all jene Türen öffnen können, die sie öffnen möchten und ihren eigenen Weg finden. Das Schönste sind die positiven Rückmeldungen der SchülerInnen, lustige Momente, an die sich alle erinnern und das Miterleben der vielen (auch kleinen) Erfolgsmomente. (Mittelschullehrerin aus Tirol)

Eigentlich wollte ich nie den Lehrberuf ergreifen und hatte auch während der Studienzeit immer wieder Zweifel daran. Als ich dann vor 3 Jahren an einer sogenannten „Brennpunktschule” begann, hat sich meine Einstellung zum Beruf völlig verändert, da man hier die soziale Komponente vor reiner Wissensvermittlung stellt. Genau dies waren auch meine Beweggründe um den Lehrberuf zu ergreifen. Heute bin glücklich in meinem Beruf. Menschen auf ihrem Lebensweg zu begleiten ist eine erfüllende, wenn auch manchmal anstrengende Aufgabe, die einen aber vollkommen erfüllt. (PTS-Lehrerin aus Wien)

Als Volksschullehrerin habe ich die Möglichkeit, Kinder auf einem spannenden Teil ihres Lebensweges zu begleiten. Es gibt nichts Schöneres, als jeden Tag in strahlende Kinderaugen zu blicken – und manchmal unsere Welt auch durch diese Augen zu sehen. (Volksschullehrerin aus Wien)

Junge Menschen einen Teil ihres Lebens begleiten und dabei zusehen, wie sie sich weiterentwickeln und Probleme lösen (lernen).  Ich kann mich außerdem mit Dingen beschäftigen, die mich wirklich interessieren und diese Leidenschaft an SchülerInnen weitergeben. Es gefällt mir, wenn ich sehe, dass Interesse bei SchülerInnen geweckt wird, sie Dinge kritisch hinterfragen und beginnen, für etwas zu brennen. (BHS-Lehrerin aus Salzburg)

Einander fördern und fordern

Einige Lehrende berichten, dass sie es nicht nur schätzen, jungen Menschen etwas beizubringen und sie zu fördern, sondern es auch genießen dabei selbst etwas zu lernen und zurückzubekommen.

Das Schönste ist die Arbeit mit jungen Leuten, von denen ich auch wieder etwas lernen kann. (BHS-Lehrerin aus Oberösterreich)

Ich bin Lehrerin geworden, weil es einfach der geilste Beruf der Welt ist. Kinder anzuleiten ihre Kompetenzen zu entdecken, zu entwickeln und neugierig zu bleiben macht einfach glücklich. Außerdem kann ich selbst kreativ und neugierig bleiben und an den Aufgaben wachsen. (AHS-Lehrerin aus Wien)

Das Schönste an meinem Beruf als Lehrerin ist für mich die Arbeit mit den jungen Menschen. Ich freue, wenn ich ihnen etwas Neues zeigen und wenn sie mir etwas Neues beibringen. Besonders dieser Austausch macht meinen Beruf zu einem sehr spannenden und abwechslungsreichen. Ich mag aber auch, dass keine Stunde wie die andere ist, dass ich mich immer mit neuen Themen auseinander setzen darf und auch muss, dass ich mich mich nie bei der Arbeit langweile und dass ich täglich auf verschiedene Menschen aus verschiedenen Kulturen treffe. Schön ist auch, dass mich die Jugendlichen nicht nur an ihrem beruflichen Alltag, sondern auch an ihrem Leben in all der Vielfalt – zumindest manchmal – teilhaben lassen. Es gibt noch viele weitere Punkte, warum ich meinen Beruf sehr gerne mag. Die bereits genannten sind aber das Salz in meiner Berufssuppe! (Berufsschullehrerin aus Vorarlberg)

Ich bin Sonderschulpädagogin und arbeite mit schwerstbehinderten Kindern. Gerade die unterschiedlichsten Formen an Behinderungen machen den Beruf schwierig und zugleich auch spannend. Jedes Kind ist anders – jedes Kind benötigt eine andere Förderung – eine Balance zwischen Unterforderung und Überforderung ist zu finden. Es macht mir Spaß neue Fördermöglichkeiten zu suchen und gemeinsam mit dem Kind auszuprobieren und die kleinen Fortschritte mitzuerleben und sich mit den Eltern und Schülern zu freuen. Mir gefällt auch, dass ich als Sonderschullehrerin sehr flexibel und spontan sein muss. Ich möchte keinen anderen Beruf ausüben und das spüren auch meine Schüler. (Sonderschullehrerin aus Niederösterreich)

Ich liebe die Arbeit mit den Kindern. Jeder Tag ist anders und aufregend zugleich, denn die Kinder geben mir soviel Freude zurück. (Volksschullehrerin in Salzburg)

Vorbilder und Nicht-Vorbilder

Viele haben den Lehrberuf aufgrund ihrer persönlichen Erfahrung mit ihren Lehrerinnen und Lehreren gewählt. Entweder aufgrund positiver Erinnerungen an ihre Schulzeit oder im gegenteiligen Fall, um es selbst besser zu machen.

Ich hatte selbst zwei besondere Vorbilder in meiner Schulzeit. Unter anderem ergab sich daraus der Wunsch, so zu werden wie eines dieser Vorbilder und auf der anderen Seite ja nicht so zu werden, wie einer dieser Lehrer. Besonders schön ist die Arbeit mit jungen Menschen und dass man ihnen Wissen weitergeben und neue Interessen wecken kann. (AHS-Lehrerin aus der Steiermark)

Mir ist nie auch nur eine Sekunde langweilig, ich lerne täglich Neues, ich muss stetig über den Tellerrand blicken, meine persönlichen Grenzen und meine Komfortzone erweitern, neu ausloten, mich selbst, Methoden und meine Denkmuster hinterfragen. Ich bin präsent, habe gelernt im Hier und Jetzt zu sein, Gelassenheit in den schwierigsten Situationen auszustrahlen und intuitiv zu reagieren. Schule ist für mich eine persönliche Bereicherung, mein Beruf fordert von mir zu reflektieren. Die Kinder sind der Grund, weshalb ich die beste Version meiner selbst sein möchte. Ich gehe nicht in die Schule, weil ich damit mein Geld verdiene, sondern weil ich es will, weil ich genau da sein möchte. (Mittelschullehrerin aus Wien)

Ich bin Lehrerin geworden, weil ich als Kind die beste und liebste Volksschullehrerin hatte, die man sich nur vorstellen kann, und das war Ende der 80er Jahre. Seit meinem 6. Lebensjahr wollte ich nichts anderes mehr werden.  Das Schönste an unserem Beruf ist das Lachen der Kinder, wenn sie Freude an einer Aufgabe haben und der „Aha-Effekt”, wenn sie etwas verstanden haben. Ich liebe es, den Kindern vorzulesen und die begeisterten Augen dabei zu sehen. „Das Schönste” gibt es eigentlich nicht. Der Beruf selbst, die Arbeit mit den Kindern – vor allem auch mit „etwas schwierigeren Kindern” – DAS ist das Schönste! (Volksschullehrerin aus Wien)

Schon immer gewusst

Manche verfolgen den Berufswunsch schon seit Kindheitstagen.

Seitdem ich zur Einschulung eine Kindertafel geschenkt bekommen habe, stand für mich fest, welchen Beruf ich einmal ergreifen möchte. Während meiner Schulzeit wurde ich darin bestärkt Lehrerin zu werden, da ich viel Freude beim gemeinsamen Lernen und Nachhilfe geben verspürte. Heute ist für mich das Schönste an meinem Beruf „meinen“ Kinder einen Raum des Vertrauens zu geben, in dem alles gefragt und gesagt werden kann, das zu Hause nicht möglich ist. Dieses ungezwungene und vertraute Miteinander ermöglicht es mir aus Kindern, die als Verlierer der Gesellschaft gesehen werden, Freude am Lernen zu vermitteln und den Wunsch erfolgreich ins Berufsleben zu starten. Ich schätze es sehr und es macht mich jeden Tag glücklich gerade diesen Kindern eine Stütze im Alltag zu sein. Ihr Vertrauen ist das größte Geschenk an mich! (Mittelschullehrerin aus Wien)

Ich wollte schon als Kind Lehrerin werden und habe diesen Wunsch stets verfolgt, auch wenn ich selbst eine harte Oberstufenschulzeit hatte und viel Lernen musste. Mit Jugendlichen zu arbeiten ist für mich das Schönste, denn ich bekomme sehr viel zurück von ihnen, sei es ein Lächeln oder ein Danke. Ich bin Teil ihrer Welt, lerne durch sie dazu und helfe ihnen wo es nötig ist. Ich bin mit Leib und Seele dabei und kann mir für mich selbst keinen schöneren Beruf vorstellen. (BHS-Lehrerin aus Vorarlberg)

Ich wollte schon seit meiner Kindheit Lehrerin werden, da mir in meiner Volksschul- und Hauptschulzeit meine Lehrer, mit viel Herz, Freude und Geduld den Lehrstoff vermittelt haben. Der Lehrberuf ist für mich kein Beruf, sondern Berufung. Es ist das Schönste, Kindern Wissen zu vermitteln, mit ihnen zu plaudern und zu sehen, wie sie sich entwickeln. Aber das Wichtigste ist, den Schülern zuzuhören, sie zu verstehen und ihnen ihre Stärken immer wieder vor Augen zu führen. Das Strahlen der Augen, wenn ihnen etwas gelingt, ist unbeschreiblich. Ich übe diesen Beruf nicht nur aus, sondern ich lebe ihn zu 100 Prozent. Ich glaube, das spüren auch die Kinder. Ich würde diesen Beruf immer wieder wählen. (Mittelschullehrerin aus Oberösterreich)

Über Umwege zum Lehrberuf

Manche Lehrerinnen und Lehrer haben ihren Berufswunsch erst später erkannt oder sind über Umwege dazu gekommen. Der Quereinstieg in den Lehrberuf macht den Job für sie zu etwas Besonderem und lässt sie mit einem anderen Blickwinkel an die Aufgabe herangehen.

Eigentlich war die Berufswahl eher eine zufällige Entscheidung, da ich ursprünglich Malerei studieren wollte, mich aber aus Feigheit zuerst für das Lehramt beworben habe. Nach dem ersten Jahr und den ersten Erfahrungen, vor einer Klasse zu stehen, habe ich festgestellt, dass es das schönste ist, junge Menschen für etwas zu begeistern, dass man selbst mit Leidenschaft macht! (AHS-Lehrerin aus Wien)

Ich bin Lehrerin geworden, weil ich finde, dass Österreichs Schulen mehr Innovation und Motivation brauchen. Da ich Quereinsteigerin bin, sehe ich viele Dinge aus einem anderen Blickwinkel.  Ich liebe meine Klasse und engagiere mich vor allem für den Einsatz digitaler Medien im Unterricht.  Heute kann ich mir nicht mehr vorstellen, etwas anderes zu machen als zu unterrichten. (Volksschullehrerin aus Wien)

Bevor ich Lehrerin wurde, machte ich Karriere und dann wollte ich endlich etwas Sinnvolles tun. Besonders schön finde ich es, wenn den Schülerinnen und Schülern am Gesichtsausdruck bzw. in den Augen abzulesen ist, dass jetzt gerade ein „Knopf aufgegangen” ist, dass etwas verstanden wurde. Dieses Leuchten (wie bei kleinen Kindern zu Weihnachten) möchte ich nicht missen. (Berufsschullehrerin aus Niederösterreich)

Ich habe mich erst mit 44 Jahren dazu entschlossen, Lehrerin zu werden, weil ich es in meinem Bürojob vermisst habe, etwas Nachhaltiges, Hilfreiches und wirklich Sinnvolles zu schaffen. Als Lehrerin erlebe ich jetzt genau das und die Fortschritte, die ich bei den Kindern erkennen kann, erfüllen mich jeden Tag aufs Neue mit Freude und Stolz. (Mittelschullehrerin aus Niederösterreich)

Begeisterung entfachen

Neben dem Wunsch Schülerinnen und Schülern nicht nur Wissen mitzugeben, sondern auch die Freude und das Interesse für die eigenen Gegenstände zu teilen.

Weil ich die Begeisterung für meine Fächer (Englisch/Geschichte) mit anderen teilen möchte und den Schülerinnen und Schülern damit etwas für ihren weiteren Lebensweg mitgeben möchte.  Das Schönste an meinem Beruf ist, wenn ich das Gefühl habe, meine SchülerInnen auch wirklich erreicht zu haben. (BHS-Lehrerin aus Wien)

Ich arbeite sehr gerne mit Jugendlichen und bringe ihnen mit Leidenschaft die Fremdsprachen Italienisch und Englisch bei. Mit diesen zwei Sprachen gebe ich den Jugendlichen die Möglichkeit andere Kulturen kennen zu lernen. (BHS-Lehrerin aus Kärnten)

„Sei selbst die Veränderung“ – dieses Zitat war mein Antrieb. Ich habe als Kind selbst erlebt, dass ein Lehrer/eine Lehrerin die Welt für ein Kind verändern kann. Aus diesem Grund habe ich mich auch für die Volksschule entschieden. Ich wollte den Grundstein für eine positive Schullaufbahn legen. Außerdem schätze ich an diesem Beruf, dass man immer und sofort Feedback für seine Arbeit erhält. Die Kinder zeigen sofort, warum sich die Arbeit lohnt. Zusätzlich ist kein Tag wie der andere und man kann die unterschiedlichsten Methoden anwenden. (Volksschullehrerin aus Niederösterreich)

Der beste Job der Welt

Zusammenfassend ist es für die meisten Lehrerinnen und Lehrer einfach der beste Job der Welt und es ist schön zu lesen, mit welcher Begeisterung dieser Beruf ausgeübt wird.

Der Beruf ist nicht nur abwechslungsreich, sondern vor allem wunderschön, weil man den Schülerinnen und Schülern auf sehr vielen Ebenen etwas fürs Leben mitgeben kann und ihre einzigartigen Persönlichkeiten kennenlernen darf. (BHS-Lehrerin aus Wien)

Weil das Arbeiten mit jungen Menschen der schönste Beruf der Welt ist. (AHS-Lehrerin aus Kärnten)

Lehrerinnen und Lehrer leisten Großartiges

In unserem Video zum Welttag bedanken wir uns bei allen Lehrerinnen und Lehrern für ihren unermüdlichen Einsatz. Sie können das Video hier nachsehen. Als kleines Schmankerl zeigen wir Ihnen auch einen Blick hinter die Kulissen und haben ein paar Ausschnitte von den Dreharbeiten zusammengestellt. Viel Spaß beim Ansehen!